Mirko Pesic' letztes Heimspiel

26.04.19

Ob Sieg oder Niederlage: Dass bei Lohrs Trainer Mirko Pesic am Samstag nach dem Spiel gegen Landshut Tränen fließen, ist nicht ausgeschlossen. Foto: Uli Sommerkorn

TSV Lohr – TG Landshut

(Samstag, 19.30 Uhr, Spessarttorhalle)

Es könnte gut sein, dass Lohrs Trainer Mirko Pesic am Samstagabend ein wenig sentimental wird. Zum letzten Mal wird er seinen TSV (9./20:28) gegen den Tabellennachbarn TG Landshut (8./21:25) vor heimischer Kulisse coachen, und mit einem weiteren Heimsieg – es wäre bereits der achte hintereinander – könnten die Lohrer fast schon für eine weitere Bayernliga-Saison planen. „Wir haben uns in den letzten Wochen die Situation erkämpft, dass wir unser Schicksal als Sechstletzter nun selbst in der Hand haben“, sagt Pesic nach der zweiwöchigen Osterpause. In höchsten Tönen lobt der gebürtige Kroate sein „williges Team“ und die „schönste Atmosphäre der Liga“ in der Spessarttorhalle.

Sportleiter ist unendlich dankbar

Tief im Abstiegsstrudel und mit nur zwei Punkten hat er die Lohrer im November übernommen – und sie sukzessive aus dem Tabellenkeller herausgeführt. „Wir sind Mirko unendlich dankbar. Ich habe es noch nicht erlebt, dass jemand eine Mannschaft immer wieder so gut einstellen und motivieren kann. Die Hälfte der Punkte geht auf sein Konto“, betont TSV-Sportleiter Sven Lehmann.

Wenn die Saison erst im Winter gestartet wäre, stünde am Wochenende am Main ein Verfolgertreffen zwischen dem Vierten (Lohr) und dem Dritten (Landshut) an. „Es wird keinen Schongang geben. Jede kleine Verletzung ist in diesem Spiel vergessen“, verspricht Pesic, der nur auf den privat verhinderten Benjamin Horn verzichten muss. Während die zuletzt ersatzgeschwächten Niederbayern den drittbesten Angriff der Liga stellen, zählt die Lohrer Defensive zu den besten in der Klasse, was Pesic so zusammenfasst: „Die Landshuter werden versuchen, unsere Abwehr zu knacken. Und wir werden versuchen, ihren Angriff zu stoppen.“ Rund ein halbes Jahr wird der 60-Jährige am Saisonende die 240 Kilometer einfach zwischen Zweibrücken und dem Spessart gependelt sein. „Das geht an die Substanz“, sagt Pesic: „Doch wenn wir tatsächlich den Klassenerhalt schaffen, würde das für alle Strapazen entschädigen.“

Kaderplanung läuft

Derweil ist Sportleiter Lehmann mit der Kaderplanung für die kommende Saison beschäftigt. Den mit Spannung erwarteten neuen Trainer will er in der nächsten Woche bekanntgeben. Dem sollen gutklassige Neuzugänge folgen. „Wir brauchen Spieler, die uns wirklich weiterbringen“, weiß Lehmann. Denn mit Janis Gremzde (zurück nach Lettland), Ivan Majic (Ziel noch unbekannt), Ferdinand Schmitt (HSC Coburg II) und Bohuslav Zelený (Karriereende) gehen gleich vier Leistungsträger, auch wenn der eine oder andere schon in dieser Saison seiner Gesundheit oder dem Studium Tribut zollen musste. Ihnen will man nach dem vorentscheidenden Duell gegen Landshut im Foyer einen würdigen Abschied bereiten – genau wie Pesic und Gerald Schmitt, der nach 25 Jahren als Betreuer der Lohrer Handballer aufhören wird. Dass am Samstagabend in der Spessarttorhalle Tränen fließen, ist also auch nicht ausgeschlossen.

Jörg Rieger

Quelle: Main-Post

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