Lohrer vor den Wochen der Wahrheit

07.03.19

SG Regensburg - TSV Lohr

(Samstag, 19 Uhr, Kerschensteiner-Halle)

Fünf Spiele haben die Handballer des TSV Lohr (11./12:24) nach der Winterpause bestritten und ganze drei davon gewonnen. Dass das Team durch die sechs errungenen Zähler im Jahr 2019 im Abstiegskampf nicht entscheidend vorangekommen ist, liegt nicht zuletzt daran, dass auch die Konkurrenz im Tabellenkeller fleißig gepunktet hat. Mit der Folge, dass die Lohrer als Tabellenelfter auf einem Platz rangieren, der nach derzeitigem Stand der Dinge ein Abstiegsrang ist.

Fehlt in Regensburg Lohrs Regisseur? Jannik Schmitt (am Ball) musste unter der Woche im Training erkrankt passen. Foto: Yvonne Vogeltanz

Zwei, drei, vier oder fünf Absteiger?

Es ist wie jedes Jahr in der Handball-Bayernliga: Im Februar weiß keiner, wieviele Absteiger es zum Saisonende im Mai geben wird. Das hängt von der Zahl der bayerischen Drittliga-Absteiger ab. Gibt es keinen Drittliga-Absteiger aus dem Freistaat, steigen die beiden Letzten der Bayernliga ab. Mit jedem weiteren bayerischen Drittliga-Absteiger erhöht sich auch die Anzahl der Bayernligisten, die in die Landesliga müssen. Derzeit sieht es nach vier Bayernliga-Absteigern aus, weil in der Dritten Liga, Gruppe Ost, mit dem HSC Coburg II und dem TV Erlangen-Bruck zwei bayerische Teams auf Abstiegsplätzen rangieren, beide haben derzeit jeweils vier Punkte Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz.

Nach der Saison könnte noch ein zusätzlicher Absteiger hinzukommen, denn der Bayernliga-Meister (aller Voraussicht nach der HSC Bad Neustadt) muss anders als sonst in die Relegation. Sollte der Relegant aus dem Freistaat scheitern, müsste ein zusätzlicher Bayernligist nach unten.

Duelle gegen direkte Konkurrenten

"Die Situation wird sich ändern - in die eine oder in die andere Richtung. Jetzt kommen nämlich die Spiele gegen direkte Konkurrenten", weist Lohrs Trainer Mirko Pesic auf den Umstand hin, dass bei den Duellen der Teams aus dem Tabellenkeller gegeneinander nicht mehr alle, die gefährdet sind, gleichzeitig punkten können. Und in nächster Zeit folgen zahlreiche solche Duelle, für die Lohrer beginnen also die Wochen der Wahrheit. Los geht es mit dem Auftritt in Regensburg (8./16:20). "Für den Gegner ist das Spiel genauso wichtig wie für uns", sagt Pesic. Denn auch die Oberpfälzer stehen als Tabellenachte ebenfalls noch in der Gefahrenregion.

Desolater Auftritt

Das Hinspiel gegen die Regensburger, das die Lohrer am 20. Oktober 2018 in eigener Halle mit 23:30 verloren, hatte Ereignisse in Gang gesetzt, die dazu führten, dass Mirko Pesic überhaupt Lohrer Trainer wurde. Nur einen Tag nach der aus einem desolaten Auftritt resultierenden Niederlage - es war für die Lohrer die sechste im sechsten Saisonspiel gewesen - trat der damalige Coach Bernd Becker von seinem Amt zurück. Gut zwei Wochen später war Pesic für die Mission engagiert worden, das TSV-Team vor dem Abstieg zu retten.

Der Erfüllung seiner Mission könnte der 60-jährige Kroate mit einem Sieg in Regensburg einen Schritt näher kommen. Doch er hat Respekt vor dem Gegner: "Regensburg ist der stärkste Aufsteiger, eine richtig kompakte Mannschaft", sagt Pesic. Besondere Gefahr geht bei den Gastgebern von Marcel Elgeti im linken Rückraum aus, der mit bisher 94 erzielten Saisontreffern achtbester Werfer der Bayernliga ist.

Fragezeichen hinter Schmitt und Horky

Dagegen ist auf Lohrer Seite noch nicht ganz klar, welches Personal im Rückraum auflaufen wird. Denn Jannik Schmitt, der Ideengeber und mit 83 Treffern erfolgreichste Werfer seines Teams, hat sich am Mittwoch erkrankt abgemeldet. Dagegen ist Lukas Horky nach einmonatiger Pause wegen einer Entzündung im Fuß wieder ins Training eingestiegen. Ob und wie lange beide am Samstag spielen können, ist nach den Worten ihres Trainers völlig offen. Doch Mirko Pesic betont: "Wir haben viele Spieler, die auch gut trainiert haben. Entscheidend wird sein, dass wir Schwächephasen, wie sie in jedem Spiel auftreten, möglichst kurz halten."

U. Sommerkorn

Quelle: Main-Post

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