Lohrer schöpfen neue Hoffnung

16.12.18

TSV Lohr – TSV Rothenburg 25:24 (12:8)

Als der Rothenburger Ivan Skaramuca den letzten Wurf der Partie über das Lohrer Team gejagt hatte und der 25:24-Sieg der Gastgeber feststand, reagierten die TSV-Spieler keineswegs euphorisch. Jannik Schmitt ballte seine Fäuste, Kevin Gehl und Markus Seltsam umarmten sich kurz. Doch die siegreichen Spieler führten keine Jubeltänze auf, gaben keine lauten Gesangseinlagen zum Besten. Offenbar in dem Wissen, dass in der Rückrunde im neuen Jahr noch ein steiniger Weg vor ihnen liegt, an dessen Ende der Klassenerhalt stehen soll. „Wichtig ist das Ergebnis“, erklärte Rückraumspieler Markus Seltsam, der wie viele seiner Mitspieler hohen Einsatz gezeigt hatte und in den letzten Minuten der Partie am Ende seiner Kräfte war.

Doch der erste Heimsieg seit dem 13. Januar 2018, der mit dem Vorrücken auf den drittletzten Tabellenplatz verbunden war, tat sichtlich gut. Und die Lohrer hatten ihn sich mit großem Einsatz auch verdient. Vor allem in der Abwehr trieben sie einen enorm hohen Aufwand und unterbanden immer wieder den Rothenburger Spielfluss. Allen voran Lukas Horky im Deckungszentrum, der ungemein viel in Bewegung war und die Aktionen der Gäste ein ums andere Mal unterbrach. „Wir haben vieles richtig gemacht“, bilanzierte auch Lohrs Trainer Mirko Pesic. Vorne lief vieles über Seltsam, Regisseur Jannik Schmitt, der nach einem Zusammenprall mit Rothenburgs Torwart Bartlomiej Pawlak mit einer Rippenverletzung in der zweiten Hälfte eine Viertelstunde lang behandelt werden musste, und Bohuslav Zeleny, der sein großes Wurfrepertoire zeigte.

Engagierter Auftritt: Ferdinand Schmitt und sein TSV Lohr freuten sich über den Sieg gegen Rothenburg.

Schwindende Kräfte

Die TSV-Mannschaft lag von Anfang an in Führung, zwischenzeitlich sogar mit fünf Toren Differenz. Doch der Vorsprung schmolz am Ende, was auch daran lag, dass auf Lohrer Seite nach dem aufwendigen Spiel bei vielen Protagonisten die Kräfte schwanden. Rothenburg kam immer näher, doch zum Ausgleich reichte es nicht mehr, nachdem Skaramucas direkt ausgeführter Freiwurf in der Schlusssekunde über das Tor geflogen war.

„Manchmal ist ein bisschen Drama vielleicht ganz gut. Wenn es so gut geht wie heute, kann das die Psyche befreien“, gab Mirko Pesic zu bedenken. Er und seine Mannschaft können nach dem Sieg wieder zuversichtlicher ins neue Jahr und in die Rückrunde gehen. Durch den Sieg über Rothenburg ist der Rückstand auf Platz zehn, der höchstwahrscheinlich zum Klassenerhalt reichen dürfte, auch zwei Punkte geschrumpft.

Kroatischer Kreisläufer kommt

Und noch ein Umstand macht den Lohrern Mut: Sie erhalten im neuen Jahr Verstärkung in Gestalt von Ivan Majic. Der 22-jährige Kreisläufer aus Kroatien, der zuletzt für den slowenischen Erstligisten RK Dobova aktiv war, hat den Lohrern am Freitag zugesagt, dass er für den TSV spielen wird. „Der Verein, für den er gespielt hat, ist in die Insolvenz gegangen. Deshalb konnte er zu uns wechseln“, berichtet TSV-Abteilungsleiter Matthias Hartmann. Allerdings ist Majics Gastspiel in Lohr auf diese Saison begrenzt. Dann will das 1,97 Meter große und 110 Kilogramm schwere Kraftpaket versuchen, hierzulande in der ersten oder zweiten Liga Fuß zu fassen. „Wir wollten ein Zeichen setzen“, sagt Hartmann zu der Verpflichtung. Ein Zeichen, dass der Verein bereit ist, sich gegen den drohenden Abstieg zu wehren. Und die Mannschaft hat mit dem Erfolg über Rothenburg ebenfalls ein Zeichen gesetzt.

Nichts mit der Verpflichtung Majics zu tun hatte übrigens der Trainer, obwohl Pesic an kroatischer Landsmann des Kreisläufers ist. „Ich kannte ihn gar nicht“, gab der Coach zu, der aber gleichwohl froh sein dürfte, dass sein Kader im neuen Jahr an Qualität gewinnt.

Statistik

Lohr: Szabo (1. – 35., 57. – 60.), S. Hartig (35. – 57.) – Zeleny 8/4, J. Scheiner (n. e.), Seltsam 4, F. Schmitt 3, Röder 1, Gremzde (n. e.), J. Schmitt 5, Born, Horn, Gehl, Zehnter 2, Horky 2.

Rothenburg: Pawlak (1. – 44.), Sand (44. – 60.) – Schemm 5, Kulas, Gluhak, Ehrlinger 1, Schmidt 1, Kister, Skaramuca 10/2, Winheim 1, Jasarevic 5, Stojanov 1, Krauter.

Schiedsrichter: Fass/Güßregen (Altenfurt).

Zeitstrafen: 4:3.

Siebenmeter: 5/4 – 2/2.

Zuschauer: 450.

Spielfilm: 5:1 (11.), 8:3 (18.), 9:7 (24.), 13:8 (33.), 16:14 (40.), 22:17 (46.), 24:20 (51.), 24:23 (56.), 25:24 (59.).

Quelle: https://www.mainpost.de/sport/mainspessart/Friedberg-Lohrer-schoepfen-neue-Hoffnung;art798,10133639

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