Lohrer kämpfen wieder vergeblich

04.11.18

TSV Lohr – VfL Günzburg 21:29 (8:10)

Der Blick von Christian Rath wenige Minuten nach dem Abpfiff verriet Niedergeschlagenheit. Der Interimscoach des TSV Lohr, der an diesem Montag seine letzte Übungseinheit mit dem Bayernliga-Team abhalten wird, bevor tags drauf der neue Trainer Mirko Pesic die Amtsgeschäfte übernimmt, erklärte: „Ich hätte das gerne anders übergeben.“ Doch am Ende stand gegen den VfL Günzburg die achte Niederlage im achten Saisonspiel, es war die zweite unter Raths Regie. Nach dem verlorenen Spiel gegen den Ex-Bundesligisten sind die Lohrer auf den letzten Tabellenplatz zurückgefallen, weil die Konkurrenz von der HSG Würm-Mitte parallel die ersten Punkte eingefahren hat.

Vom Ergebnis her fiel die Niederlage mit 21:29 deutlich aus. „Das war zu hoch“, meinte Christian Rath. Und sein Spielgestalter Jannik Schmitt, der nicht nur wegen seiner zehn Treffer der stärkste Lohrer Akteur auf dem Parkett der Spessarttorhalle gewesen war, bemerkte gar: „Es war unser bestes Saisonspiel.“ Und er hatte nicht einmal unrecht damit, obwohl sich das eingedenk des deutlichen Endstandes komisch anhören mag. Denn die Gastgeber machten nämlich vieles richtig. Sie verteidigten mit großem Engagement, trauten sich im Spiel nach vorne etwas zu, und die Körpersprache der Protagonisten im TSV-Team verhieß Siegeswillen. „Unser Problem waren einzig und allein die verworfenen Bälle und die technischen Fehler“, erklärte Jannik Schmitt.

Entschlossen: Lohrs Jannik Schmitt (rechts) hat sich gegen den Günzburger Manuel Scholz durchgesetzt.

In der ersten Hälfte scheiterten die Lohrer gleich dreimal bei Siebenmetern am Günzburger Torwart Patrick Bieber, zudem produzierten sie bei Gegenstößen über ein halbes Dutzend technische Fehler, sprich sie verwarfen freistehend oder spielten beim Nachvorne-Laufen Fehlpässe. Bisweilen wirkte es aber auch so, als wollten die Hausherren zu viel auf einmal. „Wir müssen zur Pause eigentlich führen“, so Christian Rath.

Auch nach dem Wechsel präsentierten sich die Gastgeber nicht wie ein Team, das sich in das Schicksal des Abstiegs fügt. Als Janis Gremzde gut zwölf Minuten vor Schluss dann sogar den 17:17-Ausgleich erzielte, schien der erste Lohrer Punktgewinn der Saison im Bereich des Möglichen. Doch in der Endphase fehlten den Gastgebern, wie schon häufig in dieser Saison in den letzten Minuten einer Partie, die Mittel. Die Lohrer Schlüsselspieler hatten sich aufgerieben, während die Günzburger von ihrem breiteren Kader profitieren und es gar wegsteckten, dass sie erst 48 Stunden zuvor ein Derby gegen den TSV Friedberg bestritten hatten. „Als wir mit vier Toren hinten lagen, sind wir auseinandergefallen“, erklärte Christian Rath den Umstand, dass die Niederlage am Ende noch so deutlich ausfiel.

Am Dienstag übernimmt der Neue

Ab Dienstag wird es dann der neue Trainer Mirko Pesic richten müssen in einer Situation, in der die Karten für die Lohrer zusehends schlechter werden. Chancen, sich aus dem Sumpf zu ziehen, sind noch da. Aber diese Chancen werden mit jedem Spieltag weniger.

U. Sommerkorn

Statistik

Lohr: Szabo (1. – 50.), S. Hartig (50. – 60.) – Zeleny, J. Scheiner, Seltsam 2, F. Schmitt 2/1, Röder 1, Gremzde 1, J. Schmitt 10/3, Born, Gehl 1, Zehnter, Horky 3.

Günzburg: Bieber (1. – 57.), Mendle (57. – 60.) – Knittl, M. Jahn 2, St. Jahn, Buck, Leix 1, Hermann 4, Groß 5, Jensen 2, Lehr 5/3, Jäger 4, Scholz 6.

Schiedsrichter: Behrends/Dechert (Nürnberg).

Zeitstrafen: 1:4.

Siebenmeter: 7/4 – 3/3.

Zuschauer: 450.

Spielfilm: 3:1 (10.), 5:5 (17.), 5:8 (25.), 8:9 (29.), 9:12 (33.), 13:14 (42.), 17:17 (48.), 18:23 (55.), 20:26 (58.).

Quelle: https://www.mainpost.de/sport/mainspessart/Niederlagen-und-Schlappen-Friedberg-Lohrer-kaempfen-wieder-vergeblich;art798,10098938

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