Lohrer bewältigen die nächste Etappe

10.02.19

TSV Lohr – HT München 26:21 (12:9)

Der Lohrer Jubel nach dem Heimerfolg über HT München fiel nicht unbedingt euphorisch aus. Ein kurzes Hüpfen im Kreis nach dem Abpfiff und ein paar Sekunden Applaus in Richtung Zuschauer. Ausgelassenheit sieht anders aus. Obwohl die TSV-Spieler bereits das dritte Heimspiel in Folge gewonnen haben, scheint ihnen klar zu sein, dass der Weg zum Klassenerhalt noch ein sehr weiter ist. Letztlich darf der Erfolg gegen die Gäste aus Oberbayern sogar als unbedingt notwendig für die Lohrer eingestuft werden, da die direkte Konkurrenz aus Landshut oder Rothenburg ihre Spiele ebenfalls gewann.

Hektisch und zerfahren

Letztlich machten die Lohrer den Erfolg in einer über weite Strecken recht hektischen und zerfahrenen Partie erst in den letzten zehn Minuten perfekt. „Eigentlich müssen wir so ein Spiel mit 15 Toren gewinnen. Aber wir machen zu viele Fehler“, betonte TSV-Kreisläufer Ivan Majic. Der 22-jährige Kroate verwies allerdings auch darauf, dass Abwehrchef Lukas Horky wegen einer Entzündung im Fuß pausieren musste und dem Team gefehlt habe.

Ein weiterer Faktor, der die Hektik im Spiel förderte, war die Linie des Schiedsrichtergespanns aus Gefrees, das sehr schnell bei der Hand war, auf Stürmerfoul oder Zeitspiel zu entscheiden, was zu häufigen Ballverlusten auf beiden Seiten und letztlich zu einem hektischen Hin und Her führte. Doch letztlich betonte Ivan Majic das Wesentliche: „Wichtig war, dass wir gewonnen haben.“

Werfer im Anflug: Lohrs Bohuslav Zeleny (am Ball) vor der Münchner Abwehr mit Bastian Axel Kropp (links) und Philipp Heinle (rechts), die TSV-Rechtsaußen Benjamin Horn (Zweiter von links) in die Mangel nehmen. Foto: Yvonne Vogeltanz

„Jedes Spiel ein Endspiel“

Die zahlreichen technischen Fehler hatte auch Mirko Pesic gesehen, doch der Lohrer Trainer stellte klar: „Man darf das nicht zu kritisch sehen. Wir haben viele junge Spieler, und jedes Spiel ist ein Endspiel.“ Da sei es logisch, dass seine Handballer nicht immer locker und befreit aufträten.

Zudem gab es auch positive Aspekte im Spiel der Hausherren. Etwa ein Bohuslav Zeleny, der in Abwesenheit von Lukas Horky ausgiebig Spielanteile im Rückraum erhielt. Der Rechtshänder, der in der vorangegangenen Woche Vater einer Tochter namens Sophia geworden war, wurde mit zehn Treffern zum erfolgreichsten Lohrer Torschützen. „Bob hat eine überragende Partie gezeigt“, stellte auch sein Trainer Mirko Pesic fest.

Torgefährliche Torhüter

Zudem gefielen die Hausherren mit einer engagierten Vorstellung in der Abwehr, immer wieder gelangen dem TSV-Team in der Defensive Ballgewinne. Das führte dazu, dass sich beide Lohrer Torhüter, Tamas Szabo und Tom Scheiner, nach solchen Ballgewinnen in die Torschützenliste eintrugen, als das Münchner Tor verwaist war, nachdem die Gäste ihre Keeper gegen einen zusätzlichen Feldspieler ausgetauscht hatten.

Mit Zelenys Torgefährlichkeit und der soliden Deckung hätten die Gastgeber die Begegnung schon früher entscheiden können. So nach den Zwischenständen von 11:7 (26.) oder von 15:10 (34.). „Dann werfen wir in ein paar Minuten weg, was wir uns erarbeitet haben. Wir sind eben noch nicht so stabil“, befand Mirko Pesic. Aber immerhin setzte sich sein Team in den letzten Minuten durch, als es entscheidend war.

Der entscheidende Durchbruch im Abstiegskampf, so viel ist klar, war der Erfolg über HT München nicht, vielmehr eine Etappe auf dem wohl langen Weg zum möglichen Klassenerhalt. Sollte der irgendwann geschafft sein, könnte die Stimmung auch schnell wieder ausgelassener wie Samstagabend werden.

U. Sommerkorn

Statistik

Lohr: Szabo 1 (1. – 57.), T. Scheiner 1 (57. – 60.) – Zeleny 10/5, Seltsam 3, F. Schmitt 2, Röder, L. Schmitt 2, Gremzde, J. Schmitt 3, Majic 3, Born, Horn 1, Zehnter, Gehl.

München: Braun (1. – 55.), Kunstwadl (55. – 60.) – Riesenberger, Wagner, Behm 1, Schäfer, Hermann 1, Dauhrer 1, Kottmeir 11, Lötterle, Heinle 7/3, Holst, Kropp.

Schiedsrichter: Balzer/Schreiner (Gefrees).

Zeitstrafen: 4:7.

Rot: Lötterle (47., München, Foulspiel).

Siebenmeter: 8/5 – 3/3.

Zuschauer: 400.

Spielfilm: 1:3 (5.), 7:5 (13.), 7:7 (17.), 11:7 (26.), 15:10 (34.), 16:15 (43.), 19:18 (50.), 22:18 (53.), 24:21 (59.).

Quelle: Main-Post

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