Keine Party beim Lohrer Auftritt

04.04.19

HSC Bad Neustadt - TSV Lohr

An ein Gastspiel bei einer Mannschaft, die gerade Meister geworden war, haben die Bayernliga-Handballer des TSV Lohr (9./18:26) gute Erinnerungen. Am 14. April 2018 reiste das Team zum TV Erlangen-Bruck, der sich eine Woche zuvor den Titel gesichert hatte. In der Halle trat der Stimmungssänger Peter Wackel mit Liedern wie "Ich verkaufe meinen Körper" oder "Malle ist nur einmal im Jahr" auf, zahlreiche Kaltgetränke machten die Runde, die Handballer der Heimmannschaft wirkten nach einem mehrtägigen Feiermarathon reichlich ermattet. Die Lohrer Gäste nutzten den Umstand, dass die Spieler des Meisters nicht völlig aufs Handballspielen fokussiert waren, und siegten mit 34:27. Zwei Punkte, die einen wesentlichen Beitrag dazu leisteten, dass die Lohrer am Saisonende selbst feiern konnten – nämlich den Klassenerhalt.

Er lobt den Gegner in höchsten Tönen: Lohrs Trainer Mirko Pesic (rechts), der hier seinen Rechtsaußen Benjamin Horn instruiert. Foto: Yvonne Vogeltanz

Mancher Lohrer mag die Hoffnung hegen, dass sich ein ähnliches Szenario an diesem Samstag wiederholen könnte, wenn das TSV-Team beim HSC Bad Neustadt (1./43:1) antritt (19.30 Uhr, Bürgermeister-Goebels-Halle). Schließlich ist der unterfränkische Rivale seit dem vergangenen Wochenende Bayernliga-Meister 2019. Doch von ausschweifenden Feierlichkeiten in der Rhön-Grabfeld-Kreisstadt ist im Vorfeld des Derbys nichts bekannt geworden, und Peter Wackels Homepage verzeichnet auch keinen Auftritt in Bad Neustadt.

"Das wird nicht so werden wie letztes Jahr in Erlangen", sagt auch Lohrs Trainer Mirko Pesic vorher. Dazu sei der Gegner zu professionell. Und anders als beim TV Erlangen-Bruck, der mit Gewinn des Titels bereits aufgestiegen war, steht für den HSC nach der Saison noch die Hürde der Relegation. Eine Meisterfeier soll es in Bad Neustadt dennoch geben. Allerdings erst am 26. April beim Heimspiel gegen Bayreuth, weil sie beim HSC am Samstag geringeres Zuschauerinteresse als sonst befürchten. Schließlich findet parallel das Spitzenspiel in der Fußball-Bundesliga zwischen dem FC Bayern München und Borussia Dortmund statt.

"Objektiv nicht viel. Bisher hatte ja keine Mannschaft gegen Bad Neustadt wirklich eine Chance"

Lohrs Trainer Mirko Pesic zu den Chancen seines Teams

Auf die Frage, was er sich ausrechne, antwortet Mirko Pesic: "Objektiv nicht viel. Bisher hatte ja keine Mannschaft gegen Bad Neustadt wirklich eine Chance." Der 60-jährige Kroate lobt den Gegner in höchsten Tönen: Einerseits habe der HSC starke Einzelspieler, zudem habe Trainer Chrischa Hannawald aus den starken Individualisten ein homogenes Team geformt.

Konkurrenz kann aufholen

Über sein Team sagt der zu Saisonende scheidende TSV-Coach: "Wir können ohne Druck spielen." Und stellt die Frage in den Raum: "Warum sollen wir nicht einen tollen Tag erwischen?" Pesic allerdings geht davon aus, dass die für den Klassenerhalt wichtigen Spiele für sein Team erst noch folgen, wenn es daheim gegen die HSG Würm-Mitte (13. April) und die TG Landshut (27. April) geht. Die Mannschaften in der Abstiegszone der Bayernliga dürften am Wochenende wieder enger zusammenrücken, da die Lohrer Konkurrenten aus Rothenburg (in Eichenau), Landshut (bei der HSG Würm-Mitte) und Haunstetten (gegen zuletzt schwächelnde Waldbüttelbrunner) gute Chancen haben, Punkte einzufahren.

In Bad Neustadt muss Lohr ohne seinen Rückraumwerfer Bohuslav Zeleny auskommen, den ein eingeklemmter Nerv im Rücken und eine Entzündung im Fuß plagen. Dagegen dürften die angeschlagenen Kreisläufer Ivan Majic (Rippenprellung) und Kevin Gehl (Rückenprobleme) wohl auflaufen. Auf Bad Neustädter Seite ist der Lohrer im HSC-Team nicht dabei: Spielmacher Maximilian Schmitt erholt sich von einer Knie-Operation.

U. Sommerkorn

Quelle: Main-Post

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