Gute Worte für Lohr ein schwacher Trost

23.09.18

TSV Lohr – DJK Waldbüttelbrunn 21:24 (9:9)

Mit hängenden Köpfen verließen die Handballer des TSV Lohr am Samstagabend kurz nach neun Uhr das Parkett der Spessarttorhalle, lange nach dem Abpfiff hielten sich die Spieler noch in der Kabine auf. Indiz dafür, dass die Enttäuschung über die Derby-Niederlage gegen die DJK Waldbüttelbrunn groß gewesen war. Ihr Trainer fand jedoch keine kritischen Worte: „Wir haben vieles richtig gemacht und 60 Minuten lang eine gute Abwehr gespielt“, befand Bernd Becker.

Gerade in der ersten Hälfte hatten die Gastgeber den Titelmitfavoriten vor Probleme gestellt. Bei ihnen war überraschend Benjamin Horn trotz eines Rippenbruchs aufgelaufen („Ich wollte unbedingt spielen.“), der sich bei einem Online-Versandhändler einen Brustschutz vom American Football bestellt und mit diesem Accessoires vom Arzt Grünes Licht für einen Einsatz erhalten hatte. Neben der soliden Defensive taten sich bei den Gastgebern Lukas Horky und Jannik Schmitt mit erfolgreichen Würfen aus dem Rückraum hervor. Umso bitterer für die Gastgeber, dass ein Wurf von DJK-Spieler Lukas Meyer Schmitt im Gesicht traf, der Lohrer Rückraumspieler musste mit Verdacht auf Gehirnerschütterung ausscheiden.

In der Zange: Die Waldbüttelbrunner Julian Stumpf (links) und Jannik Renz (Dritter von links) stoppen den Lohrer Lukas Horky (Zweiter von links). Foto: Yvonne Vogeltanz

Sein Team verkraftete sein Fehlen weniger gut als die Gäste den Ausfall ihres verletzten Spielgestalters Manuel Feitz und von Lukas Tendera, der Anfang der zweiten Hälfte nach einem Foulspiel die Rote Karte gesehen hatte. „Ich glaube, Lohr hat nach dem Ausscheiden von Jannik Schmitt etwas die Substanz im Rückraum gefehlt“, meinte Gästecoach Dusan Suchy. Und Lohrs neuer Sportlicher Leiter, Sven Lehmann, betonte: „Wir haben gegen einen starken Gegner verloren, der gut durchwechseln konnte.“ Die letztlich vorentscheidende Phase war die Zeit unmittelbar nach der Pause, in der die DJK auf 15:11 wegzog.

Deprimierend

Und später, immer wenn Lohr die Chance besaß, zurückzukommen, spielten die Gäste nicht mit. So beim Stand von 14:15, als Waldbüttelbrunn sich in Unterzahl in Ballbesitz befand und die Schiedsrichter schon Zeitspiel anzeigten. Da erzielte Julian Stumpf nach einem Freiwurftrick den 16. Gästetreffer. Später lief der beste Gästespieler noch einen Lohrer Gegenstoß auf den davon eilenden Benjamin Horn ab. Dann parierte DJK-Torwart Max Feuerbacher, der in Unterzahl gegen einen Feldspieler ausgetauscht worden war, bei seinen schnellen Rückkehr aufs Parkett per Hechtsprung einen Wurf von Lohrs Schlussmann Tamas Szabo auf das Tor, das kurz vor noch leer gewesen war. „Solche Aktionen deprimieren einen Gegner natürlich“, erklärte Julian Stumpf nach der Partie, der zusammen mit Spielmacher Andreas Paul in den kritischen Phasen für die abgezockten Gäste das Heft in der Hand behielt.

So wehrte sich Lohr, bei dem Youngster Markus Seltsam im zweiten Durchgang mit dynamischen Aktionen aus dem Rückraum auffälligster Akteur war, zwar verzweifelt, aber letztlich vergeblich. „Trotz der Niederlage kann man auf der Leistung aufbauen. Wenn wir so gegen schwächere Gegner spielen, dann werden wir etwas holen“, betonte Sven Lehmann. Und Trainer Becker meinte: „Am Ende waren es nur Kleinigkeiten, die den Ausschlag gegeben haben.“ Doch für die enttäuschten Lohrer Spieler waren diese Analysen an diesem Abend eben nur ein schwacher Trost.

U. Sommerkorn

Quelle: https://www.mainpost.de/sport/mainspessart/Trost-Friedberg-Gute-Worte-fuer-Lohr-ein-schwacher-Trost;art798,10065838#paywallanchor

Statistik

Lohr: Szabo (1. – 54.), S. Hartig (54. – 60.) – Zeleny 2/2, J. Scheiner, Seltsam 5, Röder 1, Gehl 1, Gremzde 1, J. Schmitt 3, Born, Horn 3, Horky 5.

Waldbüttelbrunn: Feuerbacher, Orsolic (1 Siebenmeter) – Stumpf 5, Beißner 1, Wolf, Tendera 4, Glöggler 2, Paul 4, Issing, Kwiatkowski 8/4, Kirchner, Demel, Meyer, Renz.

Schiedsrichter: Grimm/Müller (Cadolzburg).

Zeitstrafen: 5:2.

Rot: Tendera (41., Waldbüttelbrunn, Foulspiel).

Siebenmeter: 2/2 – 4/3.

Zuschauer: 500.

Spielfilm: 3:0 (8.), 6:6 (16.), 9:9 (30.), 9:12 (34.), 11:15 (38.), 14:15 (41.), 16:19 (51.), 19:21 (54.), 20:24 (60.).

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