Favorit Waldbüttelbrunn muss über einen Punkt gegen Lohr froh sein

03.10.21

Beim 24:24 im unterfränkischen Duell der Handball-Bayernliga ist der Außenseiter dem Sieg sehr nahe. Für allseitige Freude sorgt indes die Rückkehr der Zuschauer.

DJK Waldbüttelbrunn – TSV Lohr 24:24 (11:15)

Wenn eine Handballpartie 24:24 endet und Vertreter der einen Mannschaft die Fäuste ballen, die des anderen Teams nach der Schlusssirene die Köpfe schütteln, so zeigt das unschwer, wer über das Resultat froh ist und wer sich weniger damit anfreunden konnte. Die, die am Samstagabend in der Waldbüttelbrunner Ballsporthalle die Fäuste ballten, waren allerdings nicht die als Außenseiter angereisten Gäste vom TSV Lohr, sondern die von vielen zum Bayernliga-Titelfavoriten gekürten gastgebenden DJK-Handballer. Ihr Trainer Dusan Suchy gab zu: "Wir müssen froh über den Punkt sein."

Zugepackt: Waldbüttelbrunns Bastian Demel (Zweiter von links) stört Lohrs Spielertrainer Maximilian Schmitt (links) nicht ganz regelgerecht. | Foto: HMB Media/Julien Becker

Denn die Gäste, die in ihrer Saisonvorbereitung so große Probleme gehabt hatten, Trainingsmöglichkeiten zu finden, hatten zeitweise schon mit fünf Toren Differenz geführt und lagen sechs Minuten vor Schluss mit 23:19 vorn. So war das Unentschieden, das vor dem Spiel sicher jeder Lohrer gerne genommen hätte, am Ende eine Enttäuschung. "Einfach nur schade", kommentierte Lohrs Spielertrainer Maximilian Schmitt den Umstand, dass es nicht zum Sieg für sein Team gereicht hatte. "Aber in den letzten Minuten hat man eben doch die Waldbüttelbrunner Klasse gesehen." Die Hausherren übten in der Endphase mit einer offensiven Deckung Druck auf die Lohrer aus und erzwangen Ballgewinne.

Zurück von der Hochzeitstreise und gleich Schütze des Ausgleichstors

Und in der Offensive wurde ein Ex-Lohrer im DJK-Trikot zum Protagonisten der Aufholjagd: Yannick Bardina erzielte drei seiner sechs Tore in den letzten fünf Minuten der Partie und sorgte schließlich 22 Sekunden vor der Schlusssirene für den 24:24-Endstand. "Es war ein Kopfspiel", erklärte der Rückraumspieler den Umstand, dass seine Mannschaft lange Zeit mit angezogener Handbremse zu spielen schien. Auch Bardina, der am Morgen vor dem Spiel erst von seiner Hochzeitsreise zurückgekehrt war, hatte vor den so starken letzten fünf Minuten wie so mancher Mitspieler zuvor einige missglückte Aktionen gezeigt.

Erzielte bei seiner Premiere für seinen neuen Verein sechs Treffer: Bernardo de Almeida Gomes vom TSV Lohr | Foto: HMB Media/Julien Becker

Allerdings hatten die Lohrer auch einiges richtig gemacht, zum Beispiel immer wieder die Anspiele auf die starken Waldbüttelbrunner Kreisläufer unterbunden und vorne immer wieder geduldig auf ihre Chancen gewartet. Zudem konnten sie sich auf die Durchschlagskraft ihres Rückraumspielers Markus Seltsam verlassen, der mit dynamischen Aktionen immer wieder für Tore sorgte, wenn nichts mehr zu gehen schien. "Es war eine Abwehrschlacht. Aber war schade, dass wir den Vorsprung nicht gehalten haben", befand Seltsam.

Ein Manko für sein Team war, dass es in der Schlussviertelstunde ohne seinen Rückraumspieler Jannik Schmitt auskommen musste. Der Spielgestalter war einem durch den Waldbüttelbrunner Wurfkreis hopelnden Ball hinterhergesprungen und zog sich bei der Kollision mit DJK-Keeper Markus Leikauf eine Verletzung zu, die einen weiteren Einsatz unmöglich machte.

In einem freilich waren sich die Kontrahenten einig: Es war für sie ein Erlebnis wieder in einer vollen Sporthalle mit lautstarkem Publikum zu spielen. Rund 280 Menschen waren gekommen und sorgten in der Ballsporthalle für eine Atmosphäre wie in der Vor-Coronazeit. Mit Trommeln, Anfeuerung und Flüchen. "Einfach nur geil" fand das Yannick Bardina. Und sein Lohrer Kollege Markus Seltsam meinte: "So macht das Spaß." Und wenn es dann noch spannende Spiele wie am Samstagabend zu sehen gibt, dann fühlt sich das wieder so an wie richtiger Bayernliga-Handball.

U. Sommerkorn

Quelle: Main-Post

Die Statistik des Spiels

Waldbüttelbrunn:Leikauf (1. – 50.), Feuerbacher (50. – 60.) – Elbert, Stumpf 2, Bötsch 4, Glöggler 2, Mund, Issing 5/1, Kwiatkowski 4/1, Renz 1, Demel, Meyer, Winheim, Bardina 6.

Lohr: Scheiner 1 (1. – 30.), Szabo (31. – 60.) – Hartig (n. e.), Schwiederik (n. e.), Seltsam 5, M. Schmitt 1, Wunn (n. e.), J. Röder 3/1, L. Schmitt 1, J. Schmitt 5, de Almeida Gomes 6, Born, Zehnter 1, Horky 1.

Schiedsrichter: Güßregen/Murrmann (Altenfurt).

Zeitstrafen: 2:4.

Siebenmeter: 4/2 – 1/1.

Zuschauer: 280.

Spielfilm: 3:3 (6.), 6:6 (14.), 9:7 (20.), 9:12 (26.), 10:15 (30.), 15:17 (37.), 17:21 (46.), 19:23 (54.), 21:24 (57.), 24:24 (59:36.).

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