Das Lohrer Zittern geht weiter

07.04.19

HSC Bad Neustadt – TSV Lohr 24:18 (9:10)

Die leisen Lohrer Hoffnungen auf eine Überraschung beim designierten Meister zerbarsten an einer Bad Neustädter Abwehr, die vor allem im zweiten Spielabschnitt eindrucksvoll unter Beweis stellte, warum sie als beste Hintermannschaft der Klasse gilt. Dabei reichte den Gästen ihrerseits eine gute Vorstellung in der Deckung nicht. Doch vorne fiel ihnen schlichtweg zu wenig ein. Nur 18 erzielte Treffer und einen Haufen technischer Fehler legten eindrucksvoll Zeugnis darüber ab, woran es an diesem Samstagabend beim TSV-Team haperte.

Selten gab es für die Lohrer ein Durchkommen: Hier hat sich Ivan Majic einmal gegen die HSC-Spieler Julian Bötsch (links) und Vilim Leskovec (rechts) durchgesetzt. Foto: Thomas Euring

Zuspruch vom Ex-Trainer

"In der ersten Hälfte haben wir das richtig gut gemacht", fand TSV-Außenspieler Ferdinand Schmitt, der nach dem Spiel das Geschehen auf dem Feld noch ausführlich mit seinem Ex-Coach Bernd Becker erörterte. Der Trainer, der im Oktober 2018 in Lohr zurückgetreten war, verfolgte das Unterfranken-Derby als Zuschauer und sprach seinen früheren Spieler nach dem Schlusspfiff Mut zu.

Die Gäste hatten in der ersten Hälfte dem HSC einiges von seiner Wirkung genommen. Die Bad Neustädter leisteten sich zahlreiche Fahrkarten aus dem Rückraum und produzierten technische Fehler. Auch Lohr tat sich in der Offensive schwer, weil die heimische Abwehr kräftig zupackte. Schon nach 90 Sekunden musste TSV-Spielmacher Jannik Schmitt das Trikot wechseln, weil sein Gegenspieler Max Drude die Textilie bei einer Abwehraktion zerrissen hatte.

Doppelter Kempatrick

Im weiteren Verlauf der ersten Hälfte war es Schmitt, der bei den Gästen den ein oder anderen Akzent setzte. So vollendete er einen doppelten Kempatrick und erzielte schließlich mit dem Treffer zum 9:10 die erste Lohrer Führung, als sein abgefälschter Wurf an HSC-Keeper Felix Schmidl vorbei ins Tor hoppelte.

Nach der Pause stellten die Gastgeber die Abwehr auf eine 5:1-Formation um, in der der vorgezogene US-Nationalspieler Gary Hines die Lohrer Aktionen immer wieder wirkungsvoll störte. So verzettelten sich die Angreifer immer wieder in Einzelaktionen, der HSC-Block und der dahinter stehende Keeper Felix Schmidl waren kaum noch zu überwinden. So schafften die Gastgeber schnell die Wende. "Es war für die Jungs nicht ganz leicht, die Spannung hochzuhalten. Aber in der zweiten Hälfte haben sie es hinten richtig gut gemacht", erklärte HSC-Trainer Chrischa Hannawald, dessen Team eine Woche zuvor mit einem Sieg bei der HSG Würm-Mitte die Meisterschaft unter Dach und Fach gebracht hatte.

Sein Lohrer Gegenüber Mirko Pesic pries den HSC als beste Mannschaft der Liga und gratulierte zum Gewinn der Meisterschaft. "Es war etwas schade, dass wir es in der zweiten Hälfte nicht besser gemacht haben", so der TSV-Coach. Doch sei seine Mannschaft mit der Bad Neustädter Deckungsumstellung nicht zurechtgekommen. Ferner kritisierte er auch seinen Kreisläufer Ivan Majic, der sich in der zweiten Hälfte wegen Reklamierens gegen die Schiedsrichter eine doppelte Zeitstrafe eingehandelt hatte. "So etwas geht gar nicht", betonte Pesic.

Die Konkurrenz rückt näher

Während sich der HSC Bad Neustadt auf eine Aufstiegsrelegation im Mai einrichten kann, heißt es für die Lohrer in den letzten drei Saisonspielen weiter zittern. Denn da die Konkurrenz aus Rothenburg, Haunstetten und Landshut am Samstagabend gewonnen hat, sind die Mannschaften in der Abstiegszone, aus der am Saisonende wohl vier Teams den bitteren Weg in die Landesliga gehen müssen, wieder enger zusammengerückt. Ein Lohrer Sieg am kommenden Samstag, 13. April, im Heimspiel gegen Schlusslicht HSG Würm-Mitte wäre daher für Mirko Pesic und seinen Mannen ungemein wichtig. Der Druck ist wieder gewachsen für die Lohrer, aber der nächste Gegner wohl auch nicht so stark wie der HSC Bad Neustadt.

U. Sommerkorn

Statistik

Bad Neustadt: Schmidl – Kleinhenz, Dürr, Rastner 1, Fraggis 3, Bötsch 5, Hines 4, Bieger 2, Singwald 2, Drude 3/1, Galli 1. Kaliske, Leskovec 3.

Lohr: Szabo (1. – 49.), T. Scheiner (49. – 60.) – Seltsam 1. F. Schmitt 4/2, Röder 2, J. Schmitt 2, Gremzde, Majic 3, Born, Horn 2, Zehnter, Horky 4.

Schiedsrichter: Langner/Liebsch (Hammelburg).

Zeitstrafen: 3:4.

Siebenmeter: 1/1 – 2/2.

Zuschauer: 511.

Spielfilm: 3:1 (7.), 5:5 (16.), 8:7 (25.), 9:10 (30.), 10:11 (32.), 13:13 (40.), 17:13 (45.), 20:16 (53.), 22:17 (58.).

Quelle: Main-Post

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