"Ich will mit gutem Beispiel vorangehen"
Stefan Schüßler ist Führungsfigur und Publikumsliebling in Lohr - »Noch einmal in der dritten Liga spielen«
Zu einer tragenden Säule und einem Publikumsliebling ist bei den Lohrer Handballern Stefan Schüßler geworden. Das Handballspielen hatte er beim TV Bürgstadt erlernt. Bereits von Beginn an war er Torhüter. Nach der kompletten Jugend sowie einigen Spielzeiten im Aktivenbereich bei seinem Heimatverein folgte ein zweijähriges Gastspiel bei der Tuspo Obernburg - damals schon unter Trainer Dr. Frantisek Fabian. Nach seiner Rückkehr nach Bürgstadt sowie dem Durchmarsch von der Bezirksoberliga bis in die Oberliga wechselte der heute 33-Jährige 2006 zum TSV Lohr. Unsere Mitarbeiterin Kristina Endres sprach mit dem TSV-Schlussmann über die am Sonntag beginnende Saison in der Bayernliga.
Wie verlief die Vorbereitung auf die neue Runde?
Die Vorbereitung war lang, weil wir schon am 30. Mai das erste Training hatten. Trotz der Länge fand ich die Vorbereitung aber nicht zu hart. Die neuen Spieler sind erst später dazu gestoßen. Doch sie können Handball spielen und haben genug Verstand, so dass ich hier keine Probleme sehe.
Wie wurden die Zugänge in die Mannschaft integriert?
Sehr gut. Einige kennen sich schon aus dem Handball-Leistungszentrum, wie Mike Haberberger, Maximilian Brunner oder Marius Rahtz. Die neuen Spieler passen sehr gut rein. Es sind Handballer - und Handballer verstehen sich immer untereinander. Da gibt es keine Starallüren.
Was sind die Stärken der Lohrer Mannschaft in dieser Spielzeit?
Wir wissen seit Mitte letzten Jahres, was man mit Mannschaftsgeist alles erreichen kann. Wir hatten viele junge Leute und nur wenige alte. Doch alles hat sich geregelt. Wir sind nun zwei bis drei Häuptlinge und der Rest Indianer. Die Jungen hören auf uns, und alles greift ineinander. Ich freue mich sehr auf die Saison. Und selbst wenn einmal nicht alles rund laufen sollte, muss uns der Gegner erst einmal schlagen. Wir sind sehr gut aufgestellt - es passt einfach.
Wie sind Ihre Erwartungen für diese Saison?
Wir wollen oben mitspielen. Jeder weiß, dass wir das auch können. Auf zwei Positionen haben wir bisher nur einen erfahrenen Spieler. Es wird noch ein bisschen dauern, bis wir dort einen zweiten aufgebaut haben. Auf den anderen Positionen sind wir jeweils gleichwertig besetzt. Wenn sich natürlich jemand über längere Zeit verletzt wäre das schlecht.
Was ist Ihr persönliches Ziel für diese Runde?
Wie jedes Jahr möchte ich verletzungsfrei bleiben und vor allen Dingen den Spaß am Handball behalten. Meine Situation hat sich in letzter Zeit etwas verändert. Ich habe eine acht Monate alte Tochter, mit der ich natürlich auch Zeit verbringen möchte. Außerdem habe ich nach dem Weggang von Manuel Krahne keinen Mitfahrer mehr, so dass ich die 50-minütige Fahrt alleine machen muss. Aber ich habe es bisher immer durchgezogen. Und mein persönliches Ziel ist es, noch einmal dritte Liga zu spielen. Daran werde ich arbeiten.«
Wie sehen Sie Ihre Rolle innerhalb der Mannschaft?
Ich möchte definitiv ein Führungsspieler sein, der mit gutem Beispiel voran geht. Ich bin als erster enttäuscht, wenn es mit der eigenen Leistung nicht so klappt. Aber selbst wenn ein paar Bälle hintereinander durch die Beine gehen kann man ein Spiel auch noch in den letzten zehn Minuten für sich entscheiden.
Wie lautet Ihr Meistertipp?
Am Ende werden, glaube ich, vier Mannschaften ganz oben stehen: Auerbach, Fürstenfeldbruck, Rödelsee und wir. Es ist schwierig, hier einen Tipp abzugeben.
Welche Erinnerungen haben Sie an die letzten Aufeinandertreffen mit Roding?
Ich kann mich gut daran erinnern, dass sie eine kompakte Abwehr haben. Wir haben meistens die ersten zehn Minuten verschlafen. Die gewaltigen Rückraumspieler greifen gut zu. Wenn du da zurücksteckst, kannst du dort nicht gewinnen. Ich fiebere darauf hin, dort zwei Punkte zu holen. Es muss einfach ein Sieg her. Der erste Sieg auswärts wäre Gold wert.
Quelle: Main-Echo
