"Einer der Zwillinge ist ein Hitzkopf"
Die B-Junioren-Weltmeister Tom und Lars Spieß sowie Yannick Bardina über ihre Pläne beim TSV Lohr
Drei deutsche Meister verstärken den Kader des Handball-Bayernligisten TSV Lohr in der Saison 2011/2012. Der Luxemburger Yannick Bardina und die Zwillingsbrüder Tom und Lars Spieß gehörten dem Team des HBLZ Großwallstadt an, das an Pfingsten in Berlin die deutsche B-Jugend-Meisterschaft gegen den TV Hüttenberg gewonnen hat (31:22). Das Trio wird zwar auch in der kommenden Saison vorrangig in der A-Jugend des HBLZ spielen, kann aber auf der Grundlage einer Zweispielberechtigung beim TSV Lohr in der am 17. September beginnenden Saison in der Bayernliga antreten.
Unser Mitarbeiter Werner Hartmann nutzte anlässlich der Mannschaftspräsentation im Lohrer Brauereihof die Gelegenheit zum Gespräch mit den drei Jugendnationalspielern und dem Abteilungsleiter Ludwig Scheiner, der die 17-jährigen Talente offiziell willkommen hieß.
Wie kam der Kontakt mit dem TSV Lohr zustande?
Lars Spieß: Lohrs Trainer Frantisek Fabian trainierte uns sowohl bei der JSG Wallstadt als auch in unserer Realschulmannschaft, und so lag es nahe, unsere Zweitspielberechtigung beim TSV wahrzunehmen.
Welche kurz- und welche langfristigen sportlichen Ziele verfolgt Ihr mit dem Wechsel?
Tom Spieß: Zunächst einmal möchten wir uns in Lohr gut präsentieren, aber später ist unser Ziel natürlich, höherklassig zu spielen. Vor dem Wechsel nach Lohr hat es schon Anrufe von höherklassigen Vereinen gegeben. Aber man muss erst mal sehen, wo uns der Weg hinführt
Ludwig Scheiner: Uns ist klar, dass wir diese starken Jungs nicht ewig werden halten können, aber sollten wir in die 3. Liga aufsteigen können, können wir sie vielleicht länger als nur dieses eine Jahr an uns binden.
Was sind - neben der erhofften Handballprofikarriere - Eure beruflichen Pläne?
Yannick Bardina: Ich besuche noch ein Jahr die Realschule und möchte mich dann zum Physiotherapeuten ausbilden lassen.
Tom Spieß: Mein Bruder und ich haben dieses Schuljahr unsere Realschule abgeschlossen und werden nun auf die Fachoberschule gehen. Eine gewerbliche Ausbildung wäre auch schwierig mit dem so intensiv betriebenen Handballsport unter einen Hut zu bekommen.
War Handball von Anfang an Euer Sport? Wann habt ihr damit begonnen?
Lars Spieß: Für uns gab es von Anfang an nichts anderes. Beide Eltern spielten in der baden-württembergischen Oberliga und schon der Opa war Handballer. Angefangen haben wir mit fünf Jahren.
Yannick Bardina: Auch ich bin gewissermaßen erblich vorbelastet. Mein Vater spielte im luxemburgischen Nationalteam, und auch meine Mutter spielte auf Oberliga-Niveau.
Habt Ihr von Lohr schon etwas mitbekommen und hattet Ihr schon näheren Kontakt mit Euren künftigen Mannschaftskameraden?
Lars Spieß: Wir haben jetzt dreimal mittrainiert, aber weiter konnten wir den Kontakt nicht vertiefen - auch weil Tom und ich vor kurzem noch mit der Jugendnationalmannschaft in der Türkei waren. Allerdings kennen wir Mike Haberberger, Marius Rahtz und Max Brunner schon vom HBLZ.
Wer von den Zwillingen ist der ältere und wer der bessere?
Tom Spieß: Lars ist eine Minute älter als ich - darüber, wer besser spielt, müssen andere urteilen.
Yannick Bardina: Man kann sie schlecht vergleichen, da ihre Spielanlage unterschiedlich ist. Einer von beiden ist ein richtiger Hitzkopf, aber ich werde an dieser Stelle sicher nicht sagen, wer das ist.
Quelle: Main-Echo
