TSV Rödelsee - TSV Lohr
Yannick Bardina
Der 17-Jährige behält kühlen Kopf und erzielt das Lohrer Siegtor - Dramatisches Spitzenspiel in Rödelsee
TSV Rödelsee - TSV Lohr 30:31 (15:17)
Für die meisten Akteure auf dem Spielfeld wird das Spitzenspiel am Samstagabend ein Déjà-vu-Erlebnis gewesen sein. Denn die Schlussphase des unterfränkischen Derbys zwischen war an Spannung und Dramatik kaum zu überbieten - fast die gleiche Situation hatte sich ziemlich genau vor einem Jahr in der Spessarttorhalle zugetragen.
Auch damals lieferten sich die beiden Vereine eine hitzige Begegnung. Das glücklichere Ende hatten damals die Lohrer. Sollte auch diesmal der Vorteil beim Tabellenzweiten liegen? Oder sollte Rödelsee Revanche nehmen?
Die Anfangsviertelstunde verlief ausgeglichen. Die Gastgeber hatten sich nach Ansicht des Lohrer Trainers, Dr. Frantisek Fabian, sehr gut auf die Gäste eingestellt: »Sie haben ihre taktischen Mittel gegen uns vorbereitet.« Vor allem mit dem schnellen Anstoß taten sich die Lohrer zunächst schwer. Auch die 5:1-Deckung sei nicht unbedingt die Variante gewesen, mit der der TSV Lohr gerechnet habe. Doch mit zunehmender Spieldauer kamen die Gäste immer besser zurecht, so dass sie durch einen Tempogegenstoß-Treffer von Bob Zeleny mit einem Zwei-Tore-Vorsprung in die Pause gingen.
In der Kabine schien der Lohrer Trainer seine Mannen noch besser auf den Gegner eingestellt zu haben. Die 6:0-Abwehr mit den starken Milan Kralik und Tom Spieß legte den Grundstein, dass Lohr bis neun Minuten vor Schluss mit vier Toren in Führung lag. Doch dann wurde der Tabellenzweite ungeduldig. Ballverluste und Zeitstrafen sorgten dafür, dass die Hausherren durch Viliam Vitkovic, dem Fabian eine gute Partie bescheinigte, 25 Sekunden vor dem Abpfiff den Ausgleich zum 30:30 erzielten.
Vozar auf Brunner...
Sollte es den Lohrern in der verbleibenden Zeit gelingen, ihre Nerven wieder in den Griff zu bekommen, um am Ende nicht womöglich mit leeren Händen die Heimreise antreten zu müssen? Neun Sekunden vor der Schluss-Sirene zückte der Lohrer Trainer die grüne Karte. In der folgenden Auszeit schwor er seine Schützlinge ein letztes Mal ein. Beim anschließend ausgeführten Spielzug setzte Peter Vozar seinen Kreisläufer Maximilian Brunner in Szene. Wie bereits in den vorangegangenen 60 Spielminuten, harmonierten beide gut, so dass Brunner in freier Wurfposition vor dem Rödelseer Torhüter auftauchte. Doch dem Kreisläufer blieb es verwehrt, den Ball im gegnerischen Kasten unterzubringen, weil er gefoult wurde. Folgerichtig entschied das Schiedsrichtergespann auf Siebenmeter-Strafwurf.
»Yannick Bardina hat sich einfach den Ball gegriffen. Als 17-Jähriger muss man da erst einmal kühlen Kopf bewahren«, zollte Dr. Fabian dem Youngster Respekt. Doch der Luxemburger enttäuschte seinen Trainer nicht und netzte zum Sieg über den unterfränkischen Konkurrenten ein.
»Dieses Ergebnis muss ich meiner Mannschaft hoch anrechnen. Nun fällt natürlich eine große Last von uns ab,« gestand Frabian. Durch den Sieg bleibt seine Mannschaft im Titelrennen. Gegenüber der Partie gegen Fürstenfeldbruck meinte der Slowake eine Steigerung »um 300 Prozent« gesehen zu haben.
Auch Horn und Avar stark
Neben den sehr gut aufgelegten Rückraumspielern Bob Zeleny und Peter Vozar bescheinigte er auch Benjamin Horn und Andreas Avar eine sehr gute Leistung. Letzterer nahm es in der Deckung mit dem erfahrensten Akteur auf Rödelseer Seite, Michal Tonar, auf. Auch Maximilian Brunner, Milan Kralik und Marius Rahtz seien in der Abwehr »nicht wegzudenken«. Der noch angeschlagene Benjamin Scheiner warf in wichtigen Situationen sein Können in die Waagschale. So spielte er beispielsweise »einen unglaublichen Pass« (Fabian) auf Tom Spieß.
Kristina Endres
TSV Rödelsee: T. Demel (Tor), Th. Paul (Tor), A. Paul 7, Tonar 3, Ch. Häckner, Vogt, Vitkovic 5, Suchy 5, F. Demel 3, Piller, Csorba 7/2, Weinhardt.
TSV Lohr: Schüßler (Tor), Prokscha (Tor, nicht eingesetzt), Zeleny 9/3, L. Spieß, Scheiner, Brunner 6, Avar 4, Vozar 4, Kralik, Haberberger (n.e.), Rahtz 1, Bardina 1/1, Horn 5, T. Spieß 1.
SR: Frank/Welach (TSV Nordheim, Baden-Württemberg)
Zuschauer: 300
Siebenmeter: Rödelsee 4/2 (Csorba verwirft zweimal); Lohr 5/4 (Zeleny verwirft einmal)
Zeitstrafen: Rödelsee 1 (Suchy); Lohr 4 (Zeleny, L. Spieß, Brunner, Kralik).
Spielfilm: 1:1, 3:3, 6:6, 8:8, 10:10, 13:12, 14:15, 15:17 (Halbzeit), 16:20, 20:22, 23:26, 23:28, 26:29, 28:30, 30:30, 30:31.
Quelle: Main-Echo