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TSV Lohr - TSV Simbach

Stefan Schüßler

Schüßler mit der Parade des Spiels

Hochspannung beim Lohrer Heimsieg gegen dynamische Simbacher - Routiniers machen den Unterschied

TSV Lohr - TSV Simbach 32:28 (15:12)


»So wird man nicht jünger,« stöhnte ein sichtlich geschaffter, aber auch erleichterter Frantisek Fabian nach einem aufregenden Match, das zeitweise mehr auf Messers Schneide stand als das Endergebnis vermuten lässt.
Die 500 Zuschauer in der bis auf den letzten Sitzplatz gefüllten Spessarttorhalle erlebten zwei jungen Mannschaften auf Augenhöhe, in dem die Lohrer Routiniers Stefan Schüßler, Benny Scheiner und Peter Vozar letztlich den Unterschied machten.
Mit Volldampf begannen die Gäste von der österreichischen Grenze und setzten durch Dominik Brodschelm den ersten Treffer zum 0:1. Doch das blieb für die nächsten zehn Minuten das letzte Gästetor, denn nun nahmen die Hausherren das Heft in die Hand und bauten ihre Führung auf 6:1 (10. Minute) aus. Es schien, als könnten die jungen Himmelstürmer nahtlos an ihre tolle Leistung aus dem ersten Heimspiel gegen Bayreuth anknüpfen. Der Gegner indes war von anderem Kaliber als Haspo Bayreuth. Trotz schneller Beinen und entschlossener Hände der Lohrer Deckung gab’s doch immer wieder ein Durchkommen für die spielerisch starken und dynamischen jungen Simbacher.

Unausgewogene Entscheidungen

Begünstigend begann sich hier allerdings auch schon die unausgewogene Regelauslegung des badischen Schiedsrichter-Gespanns auszuwirken, die mehrfach enge Entscheidungen vorne wie hinten zu Lohrer Ungunsten trafen. Zeitweise wirkten vor allem die jüngeren Spieler davon verunsichert. Und am Ende der ersten 30 Minuten fiel der Vorsprung angesichts der Lohrer Überlegenheit über weite Strecken zu knapp aus, zumal die Referees den Gästen den letzten Treffer schenkten: Das Leder verließ eindeutig nach der Halbzeithupe die Hand des vermeintlichen Torschützen, Thomas Schmidtke.
Nach Wiederbeginn setzte Dr. Fabian auf Erfahrung - und die erhöhte in Person von Peter Vozar auch gleich zum 16:12. Doch dies markierte keine Lohrer Dominanzphase. Im Gegenteil ließ die Deckung des Heimteams nun zu viele erfolgreiche Aktionen ihrer Gäste zu. Zunächst Benny Horn und dann Kapitän Benjamin Scheiner hielten mit ihren Treffer die Niederbayern fast alleine auf Distanz, doch dies konnte nicht darüber hinweg täuschen, dass den Aufbauaktionen gegen eine immer offensivere Deckung tendenziell nun die Klarheit und die Präzision der besseren Phasen fehlte.

Den Ausgleich verhindert

So richtig eng wurde es in der 45. Minute, als zuerst Yannick Bardina und dann auch noch Tom Spieß für zwei Minuten vom Feld mussten. Max Brunner erhöhte zwar noch einmal auf 23:20, doch Lars Bülow und Dominik Brodschelm verkürzten binnen einer Minute auf 23:22 (46.). Als dann der Lohrer Unterzahlangriff verpuffte und Lars Spieß die Simbacher Gegen-Attacke nur zu Lasten eines siebenmeter- und strafzeitwürdigen Fouls stoppen konnte, schien die Partie wirklich gekippt. Im Duell vom Punkt standen sich Lars Bülow und Stefan Schüßler gegenüber. Aber am Ende siegte lautstark bejubelt der Lohrer Zerberus - nicht nur für den Lohrer Kapitän Benny Scheiner die Schlüsselszene der Partie: »Diese Schüßler-Parade war spielentscheidend«.
Statt des Simbacher Ausgleichs netzte im Gegenzug Peter Vozar ein und verschaffte seiner Mannschaft wieder etwas Luft, zumal nun mit Lars Bülow und Thomas Brodschelm auch zwei Simbacher ihr Mütchen auf der Strafbank kühlen mussten. Aber die Partie blieb eng, denn die Gastgeber zogen keinen entscheidenden Vorteil aus der Überzahl. Simbachs Optimismus wuchs nach Bülows 25:24 in der 53. Minute noch einmal, die Lohrer Miniserie mit Treffern von Brunner, Zeleny, Tom Spieß und Vozar beseitigten aber die letzten Zweifel (29:24, 55.). Da änderte auch die Rote Karte gegen Yannick Bardina wegen seiner dritten Zeitstrafe für einen übermotivierten Wechselfehler und die nun völlig offene Manndeckung der Niederbayern nichts mehr.
Brunner findet die Lücken
Im Gegenteil: Geschickt nutzte nun vor allem Max Brunner die sich durch das wilde Abwehrtreiben entstehenden Lücken. Und so ließ der Favorit dann doch nichts mehr anbrennen, bleib auch im vierten Saisonspiel ungeschlagen.
Werner Hartmann

Trainerstimmen

Dr. Frantisek Fabian (TSV Lohr):

»Wir hatten es mit einem starken Gegner zu tun, der nichts zu verlieren hatte und sehr engagiert gespielt hat. Überhaupt wird es diese Saison so sein, dass wir das Team sind, das gejagt wird. Wir haben gesehen, dass die Bäume nicht in den Himmel wachsen. Wir haben aber auch gesehen, wie wichtig erfahrene Spieler wie Peter Vozar für uns sind. Aber auch Max Brunners Tore waren sehr wichtig. Beim 6:1 sah es so aus, als könnten wir die Partie locker zu Ende spielen, aber die unnötigen und zum Teil auch unberechtigten Zeitstrafen führten dazu, dass wir zur Halbzeit eben nur mit 15:12 führten, und das gab unserem Spiel den ersten Knacks.«
Martin Vogt (TSV Simbach):
»Generell bin ich zufrieden mit meiner Mannschaft, das Ergebnis war etwas unglücklich. Wir sind hergekommen, weil wir etwas reißen wollten. Der Sieg war drin, wir hatten die Lohrer über weite Strecken gut im Griff, doch meine jungen Leute waren nicht clever genug. Da fehlte die Erfahrung, denn hätten wir beim 23:22 ausgeglichen, hätten wir das Spiel gekippt.
wh


TSV Lohr: Schüssler (Tor), Prokscha (Tor, n.e.), Brunner 6, Zeleny 6/3, Horn 5, Scheiner 4, Bardina 3, Vozar 3, L. Spieß 2, Haberberger 1, T. Spieß 2, Avar, Kralik, Rahtz.
TSV Simbach: Münzer (Tor), Findt (Tor, n.e.), Potschl (Tor, n.e.), Bülow 6/2, Schmidtke 5, D. Brodschelm 5, Aigner 4, Monz 3, Netter 2, Th. Brodschelm 2, Ruckdäschel 1, Holata, Mayer, Schwibach.
Schiedsrichter: Kleemann/Teynor (Mannheim)
Zuschauer: 500
Siebenmeter: Lohr 4/3, Simbach 4/2
Zeitstrafen: TSV 8 (Bardina 3, T. Spieß 2, Kralik 1, Zeleny, L. Spieß), Simbach 5 (Th. Brodschelm 2, Bülow 2, Monz)
Rote Karte: Bardina (Lohr, 54., dritte Zeitstrafe).
Spielfilm:
0:1 (1. Minute), 4:1 (8.), 6:1 (10.), 8:4 (14.), 11:6 (18.), 11:9 (23.), 14:9 (26.), 15:12 (30.), 18:14 (35.), 19:17 (39.), 22:19 (43.), 24:22 (48.), 25::24 (53.), 29:24 (55.), 31:26 (58.), 32:27 (59.).

Quelle: Main-Echo