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Bericht aus Ottobeuren

Überraschung knapp verpasst
 
Bayernligist TSV Ottobeuren verliert sein Heimspiel gegen Lohr mit 22:24
 
Die Bayernliga-Handballern des TSV Ottobeuren (TSVO) haben im Heimspiel gegen den Titelanwärter TSV Lohr einen Überraschungserfolg nur knapp verpasst. Bei der 22:24 (7:10)-Niederlage zeigten die Gastgeber eine leidenschaftliche Vorstellung und phasenweise eine mitreissende Partie. Die erste Halbzeit verlief außergewöhnlich: Erst führten die Hausherren nach einem tollen Start mit 3:0. Darauf antworteten die Gäste aus Mainfranken mit einer Serie von acht Treffern in Serie. Die Ottobeurer waren vom „Wurfglück“ verlassen: In der Anfangsviertelstunde trafen sie viermal lediglich das Torgestänge. Nach dem Zwischenstand von 3:8 kämpfte sich das TSVO-Team heran. Linksaußen Michael Höbel (22) musste in der 29. Minute nach einem Zusammenprall mit Keeper Zoltan Varga (33) wegen einer aufgeplatzten Lippe und eines geprellten Sprunggelenks etwa zehn Spielminuten lang pausieren. Zur Halbzeit lagen die Lohrer mit drei Treffern Vorsprung in Führung. Mitte der zweiten Hälfte setzten die Allgäuer zu einer furiosen Aufholjagd an. Der Lohn: Gestützt auf den starken Varga konnten sie die Partie in der 53. Minute ausgleichen (19:19). Jetzt erlebten die rund 400 Zuschauer in der Dreifach-Turnhalle wahre Glücksmomente. Sie sahen eine packende Endphase voller Dramatik, in der der selbstbewußt aufspielende „Underdog“ dem Favoriten kräftig zusetzte. Doch letztlich verpassten die Allgäuer einen Zugewinn auf ihrem Punktekonto. Die Gründe: Zum einen wirkten die Unterfranken einen Tick abgeklärter und cleverer als der TSVO. Zudem konnten sich die Lohrer einen besonderen „personellen Luxus“ erlauben: Drei mit Doppelspielrecht auch für den TSV Lohr aktive Jugend-Nationalspieler kamen zur zweiten Halbzeit direkt von einem Spiel in Hanau in die Ottobeurer Halle. Zwei von ihnen kamen zum Einsatz: Yannick Bardina und Tom Spieß erzielten in der verbleibenden Restspielzeit zusammen acht Tore. Weil sechs TSVO-Akteure entweder komplett fehlten oder nur teilweise einsatzfähig waren (Koskue, Stumpf, Wittlinger, Kotschmar, Polyfka und Höbel), ist die Teamleistung umso höher zu bewerten. „Das macht mich schon ein Stück weit stolz“, sagte Trainer Thomas Lang (42) nach dem Spiel. Sein Team habe sich nie aufgegeben. Trotz des schweren Auftaktprogramms können die Unterallgäuer mit ihrem Saisonstart (0:6-Punkte) indes nicht zufrieden sein. (dp)

So haben sie gespielt:
TSV Ottobeuren: Zoltan Varga, Stefan Albrecht (beide Tor); Michael Karlstetter, Thomas Schaffer (3 Tore), Philipp Dündar, Attila Susan, Andras John (2), Benedikt Bartenschlager (3), Stefan Bartenschlager (6), Michael Höbel (3), Herbert Tschugg (1), Roman Polyfka (4/davon 4 Siebenmeter)
Schiedsrichter: Daniel Langner / Florian Müller (TSV Weitramsdorf / HG Ansbach)
Zuschauer: ca. 400 (dp)

Quelle: Internet Ottobeuren