Bericht aus Bayreuth
Auch ohne den erneut verletzen David Lehnard verliert HaSpo gegen TSV Lohr nur unglücklich mit 31:33
Den Aufwärtstrend nach dem Jahreswechsel hat HaSpo Bayreuth in der Männer-Bayernliga bestätigt, aber Punkte gab es dafür nicht. Die reelen Chancen auf einen Überraschungserfolg gegen den Tabellendritten TSV Lohr blieben letztlich mit 31:33 (13:13) ungenutzt.
Gut 150 Zuschauer sahen eine völlig ausgeglichene Partie auf sehr ansprechendem Niveau. In der ersten Halbzeit hatte HaSpo meist die knapp die Nase vorn, in der zweiten meist der TSV Lohr. Deutliche als drei Tore war der Abstand jedoch nie.
Die Schlüsselszene markierte letztlich der Siebenmeter beim Stand von 30:31 genau zwei Minuten vor dem Ende, mit dem Willi Becker am starken Gästetorhüter Stefan Schüssler scheiterte. Der Linkshänder war dann auch am Ballverlust beteiligt, der 50 Sekunden vor Schluss die letzte Chance zum Ausgleich verdarb, aber diese Konzentrationsfehler waren dem Kräfteverschleiß geschuldet. Schließlich hatte Becker mit einer überragenden zweiten Halbzeit (11/5 Tore !!) fast im Alleingang die Außenseiterchance aufrecht erhalten. In der ersten Hälfte hatte Marius Hümpfer auf der anderen Rückraumseite mit fünf Toren ebenfalls schon angedeutet, dass die gefürchtete 6:0-Abwehr der körperlich starken Unterfranken nicht immer der Weisheit letzter Schluss ist. »Im Rückraum hätte uns eine weitere Alternative gut getan«, sagte HaSpo-Trainer Bernhard Müller in Anspielung auf das erneute Verletzungspech von David Lehnard. Der elffache Torschütze der Vorwoche file wegen eines im Training erlittenen Anbruch des Jochbeins aus.
Trotz der herausragenden Einzelleistungen in der Offensive verdienten sich die Bayreuther ein Gesamtlob für ihre Mannschaftsleistung in der Abwehr. Über weite Strecken der ersten Halbzeit ließen sie den Favoriten spielerisch schlecht aussehen und nutzten ihre Ballgewinne auch konsequent zum Tempospiel. Dabei wurden im Abschluss sogar längst nicht alle Chancen verwertet, sonst hätte die Wende vom 4:6 (12.) zum 9:6 (18.) noch deutlicher ausfallen können. Erst zwei Überzahltore des treffsicheren Rechtsaußen Horn (6) beendeten die Durststrecke des TSV Lohr.
In der zweiten Halbzeit ließ die Kraft für die aufwendige Defensivarbeit etwas nach. HaSpo machte das aber mit überraschend beständiger Wirkung in Positionsangriff wett, wozu der junge Tim Herrmannsdörfer als druckvoller Spielmacher einen wesentlichen Beitrag leistete. Mitentscheidende Schwäche war jedoch das Überzahlspiel. Bei drei gegnerischen Strafzeiten innerhalb ovn gut zwei Minuten gelang nur der Ausgleich zum 24:24 (bei sechs gegen vier), und dann folgten sogar zwei Tore der dezimierten Gäste.
Das konnte das posivitve Fazit von HaSpo-Trainer Müller aber nicht trüben: »das war eine Superleistung meiner Truppe. Wir müssen nur die Ruhe bewahren. Dann holen wir die Punkte gegen jene Mannschaften, wo es notwendig ist. Davon bin ich fest überzeugt.«
HaSpo spielte mit:
Niessner, H. Lehnard - Becker (13/5), Hümpfer (7), Kauffmann (1), Hauenstein, Berghammer (2), Herrmannsdörfer (3), Zerrenner (1), Krull, Krauß (4)
Nordbayerischer Kurier